{"id":160,"date":"2015-03-25T11:32:03","date_gmt":"2015-03-25T09:32:03","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.personanongrata.de\/?p=160"},"modified":"2016-10-21T16:45:51","modified_gmt":"2016-10-21T14:45:51","slug":"11-miese-tricks-auf-die-man-reinfallen-kann-aber-nicht-muss","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.personanongrata.de\/?p=160","title":{"rendered":"11 miese Tricks, auf die man reinfallen kann, aber nicht muss."},"content":{"rendered":"<p>HIER IST DER SEHR GUTE TEXT EINER KOLLEGIN, DEN ICH HIER REBLOGGE UND ZWAR AUS DEM GRUND, DASS IHR BLOG BEI FACEBOOK AUF EINMAL GESPERRT IST. ANSCHEINEND WAR ER ZU ERFOLGREICH, OHNE DABEI EINEN HAUFEN GELD AN FACEBOOK F\u00dcR WERBUNG ABZUDR\u00dcCKEN. ALSO WAS MACHT FACEBOOK DANN? BEZEICHNET IHREN LINK ALS NICHT SICHER UND SCHON IST ES VORBEI MIT DEM TEILEN &#8211; ZENSUR AUS DEM NIEDRIGSTEN ALLER MOTIVE &#8211; GELD. EIN KONZERN VERHINDERT DEN ERFOLG EINER EINZELNEN, WEIL SIE KEIN WEGEGELD ZAHLT &#8230;<\/p>\n<p>HIER ALSO DER TEXT AUS DEM BLOG https:\/\/zaubertinte11.wordpress.com<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Paradox: Es gibt K\u00fcnstler, Musiker und Autoren, die Texttafeln wie \u00bbI am an artist, that does not mean I work for free\u00ab herumreichen und gleichzeitig genau das machen: gratis arbeiten. Warum?<\/p>\n<p>Tasten wir uns an die Antwort ran. Eines der vielen Plaisirs in diesem manchmal surrealen Jetzt-Dingens ist unsere F\u00e4higkeit, \u00fcberragende Kunst und Kultur zu erschaffen. Musik, Geschichten, Metaphern f\u00fcr so ziemlich jede Lebenslage. Ohne Literatur, Kunst und Musik w\u00e4ren wir als Spezies nur vier Chromosomen vom Schlammspringer entfernt. Durch die k\u00fcnstlerische Interpretation\u00a0dessen, was wir Realit\u00e4t nennen und die damit verbundenen starken Emotionen sind wir in der Lage, das Jetzt-Dingens zu erfahren. Ein wunderbares Geschenk. Sollte man meinen.<\/p>\n<p>Derzeit mutiert ein Teil der Bev\u00f6lkerung heftig in Richtung Schlammspringer, statt sich auf seine kulturellen Werte zu besinnen. Da gibt\u2019s Menschen, die f\u00fcr ein Grillhendl maximal 1,99 ausgeben wollen, sich aber eine Stunde sp\u00e4ter bei Facebook \u00fcber H\u00fchnerqualzucht echauffieren. Oder Menschen, die wortreich darlegen, warum die Mainstream-Medienlandschaft ein Verdummungsinstrument sei, den Mist aber t\u00e4glich konsumieren. So weit, so Schlammspringer.<\/p>\n<p>Doch es geht noch absurder. Jetzt sind wir bei den eingangs erw\u00e4hnten K\u00fcnstlern, die gratis arbeiten und sich gleichzeitig dar\u00fcber beschweren, dass von K\u00fcnstlern Gratisarbeit gefordert wird.<\/p>\n<p><strong>Der Balanceakt\u00a0zwischen eigenen Projekten\u00a0und\u00a0Auftragsarbeit<\/strong><\/p>\n<p>Im Zuge der gutmenschigen Gleichmacherei haben leider viele Kreative verlernt, gesund zu kalkulieren. Okay, der Satz geht sch\u00f6ner, tschuldigung;-) Nochmal. Ich kenne nicht einen einzigen\u00a0hauptberuflichen Musiker, Schriftsteller oder bildenden K\u00fcnstler, der neben seinen bezahlten Gigs nicht mindestens ein pers\u00f6nliches Herz-und-Seele-Projekt realisiert, das er selbst finanziert. Eines, das keine kommerziellen Anforderungen und kein Briefing zu erf\u00fcllen hat, sondern\u00a0eine pers\u00f6nliche Vision erf\u00fcllt und mit eigener\u00a0Arbeitszeit, Material und eigenem Geld verwirklicht wird. Damit das geht, ohne insgesamt ins Minus zu rutschen, muss ein K\u00fcnstler den Balanceakt zwischen bezahlten Auftr\u00e4gen und solchen eigenen\u00a0Projekten beherrschen. Sprich, einerseits unabh\u00e4ngige Kunst zaubern\u00a0und andererseits\u00a0gesch\u00e4ftst\u00fcchtig genug sein, um bezahlte Gigs\u00a0mit ebensoviel Spa\u00df professionell und sauber abliefern zu k\u00f6nnen. Und genau hier klemmt\u2019s.<\/p>\n<p>Statt dieser klaren Trennung hat sich eine Grauzone etabliert, in der allerlei Ungutes wuchert. Zum Beispiel die elf h\u00e4ufigsten Chiffren f\u00fcr Angebote, die man unter allen Umst\u00e4nden ablehnen sollte. Weil sie die o.g. Balance unm\u00f6glich machen.\u00a0Diese Liste ist \u00fcbrigens gratis. Zum Ausdrucken und An-den-K\u00fchlschrank-heften. Damit hinterher keiner behaupten kann, er habe von nichts gewusst.<\/p>\n<blockquote><p><strong>#1: \u00bbWir haben jetzt kein Budget f\u00fcr Text\/Musik\/Grafik, aber wenn\u2019s gut l\u00e4uft, k\u00f6nnten wir in Zukunft \u2026\u00ab<\/strong> Diese Anmoderation ist ein Grund, das Gespr\u00e4ch abzubrechen und sich mit \u00bbKein Problem, ihr kennt ja jetzt meine Konditionen, meldet euch einfach, wenn ihr das Budget habt\u00ab zu subtrahieren. Vergiss nicht: einmal gratis, immer gratis. Es ist so gut wie unm\u00f6glich, sich innerhalb einer Gesch\u00e4ftsbeziehung von Nullniveau zu einem angemessenen Honorar hochzuschaffen. Warum auch? Sie wissen ja, wie tief sie Dich dr\u00fccken k\u00f6nnen, warum also sollten sie Deine Honorarforderung k\u00fcnftig ernst nehmen?<\/p>\n<p><strong>#2: \u00bbWir haben da mal einen Copytest vorbereitet.\u00ab<\/strong> Hahahahahaha! In dem Test geht\u2019s nicht zuf\u00e4llig um Headlines, Claims oder Bannertexte f\u00fcr ein Produkt, das, huch? aus dem aktuellen Portfolio eines Agenturkunden stammt? Nat\u00fcrlich ist ein Copytest grunds\u00e4tzlich eine feine Sache, und zwar bei der Auswahl von Nachwuchstextern und Texttrainees, die noch keine Arbeitsbeispiele vorweisen k\u00f6nnen. Aber Bewerber f\u00fcr eine Seniortexter-Stelle oder erfahrene Freelancer behelligt man im Jahr 2015 nicht mit sowas. Ein seri\u00f6ses Art Buying kann die Kompetenzen eines Kreativen anhand seiner Mappe, Website und Referenzen beurteilen und\/oder im Rahmen eines ersten gemeinsamen Projekts. Selbstverst\u00e4ndlich zu angemessenen Konditionen.<\/p>\n<p><strong>#3: \u00bbF\u00fcr Redemanuskript (Vortrag, Gig, Eventdesign, Fotoshooting) gibt\u2019s leider kein Geld, aber du triffst wichtige Leute f\u00fcr dein New Business!\u00ab<\/strong> Wie ernst nehmen wohl diese \u00bbwichtigen Leute\u00ab jemanden, der f\u00fcr lau arbeitet? Moment, die wissen das doch gar nicht, entgegnest Du hier vielleicht. Doch, mein Lieber. Sie wissen es immer. \u00dcbersch\u00e4tze Deine schauspielerischen Talente nicht. Jemand, der sich zu Gratisarbeit breitschlagen l\u00e4sst, kann noch so souver\u00e4n tun, er hat dennoch stets die Ausstrahlung eines Menschen, der, tadaaaa, gratis arbeitet. Und das ist nun mal eine andere R\u00fcberkomme als die von jemandem, der f\u00fcr seine Arbeit anst\u00e4ndig bezahlt wird. Naturgesetz. Kannste nix gegen machen.<\/p>\n<p><strong>#4: \u00bbDas ist eine tolle Werbung f\u00fcr dich!\u00ab<\/strong> Der Klassiker. Den ich \u00fcbrigens mal bei unserem Dachdecker ausprobiert habe. \u00bbHey, wenn du unser Dach neu machst, sieht man deine Arbeit sogar aus dem Weltall und bei Google Earth. Das ist eine tolle Werbung f\u00fcr dich.\u00ab Seine Reaktion h\u00e4tte ich am liebsten gefilmt und zu Youtube gestellt. Leider wollte er daf\u00fcr Gage, der schlaue Fuchs.<\/p>\n<p><strong>#5: \u00bbDas ist ein Literaturwettbewerb. Preisgeld gibt\u2019s keins, aber dein Beitrag kommt in eine Anthologie \u2026\u00ab<\/strong> \u2026 und von der bekommt der gl\u00fcckliche Gewinner sogar 50 Exemplare mit Autorenrabatt. Ist das nicht toll? Nein, ist es nicht. Es ist ein verkapptes Druckkosten-Zuschuss-Modell. Literaturwettbewerbe k\u00f6nnen eine reizvolle Herausforderung sein. Die dabei entstehenden Anthologien enthalten oft sehr interessante und ungew\u00f6hnlcihe Beitr\u00e4ge. Ich war auch schon in solchen vertreten. Und im Gewinnfall dient ein Literaturpreis auch mal als h\u00fcbsche Egopolitur. Aber in irgendeiner Weise dotiert sollte er doch bitte sein.<\/p>\n<p><strong>#6: \u00bbDeine Arbeit wird gesehen, du erreichst hier ein gro\u00dfes Publikum!\u00ab<\/strong> Wenn das Publikum soooo gro\u00df ist, warum ist dann das Budget so klein, dass keine Bezahlung f\u00fcr die Kreativen drin ist?<\/p>\n<p><strong>#7: \u00bbWir m\u00fcssen erstmal sehen, wie es l\u00e4uft. Beim zweiten Job gibt\u2019s dann auch Geld.\u00ab<\/strong> Umgekehrt wird ein Schuh draus. Es soll gut laufen? Guter Plan. Dann muss die Kreativenleistung professionell und makellos sein. Und die hat nun mal ihren Preis. Sonst l\u00e4uft\u2019s nun mal leider nicht.<\/p>\n<p><strong>#8: \u00bbDas ist f\u00fcr einen guten Zweck, wie kannst du da Geld verlangen?\u00ab<\/strong> Heikles Thema. Unbedingt aufs Bauchgef\u00fchl h\u00f6ren und im Zweifelsfall die Gegenprobe machen: Bestehe auf deinem \u00fcblichen Honorar und biete an, dieses abz\u00fcglich Sprit und Verpflegung an den genannten Spendenempf\u00e4nger zu \u00fcberweisen. Die Reaktion auf diesen Vorschlag verr\u00e4t Dir, ob es dem Veranstalter wirklich um die Sache geht oder ob da jemand eventuell nur im Windschatten eines \u00bbguten Zwecks\u00ab segelt.<\/p>\n<p><strong>#9: \u00bbMachst du das echt wegen der Kohle? Ich dachte, du liebst deine Kunst!\u00ab<\/strong> Diese Unversch\u00e4mtheit darf man sich auf der Zunge zergehen lassen wie eine gefrorene Himbeere. Dahinter steht eine Durchtriebenheit, die kaum zu unterbieten ist und das Gegen\u00fcber als Gespr\u00e4chspartner disqualifiziert. Leider springen viele Kreative \u00fcber dieses St\u00f6ckchen und fangen an sich zu rechtfertigen. Ganz schlecht. Und v\u00f6llig sinnlos. Bitte kommentarlos aufstehen und gehen.<\/p>\n<p><strong>#10: \u00bbNat\u00fcrlich bezahlen wir euch! Vom eingespielten Gewinn nach Abzug aller Kosten bekommt ihr 25 Prozent.\u00ab<\/strong> Finde den Fehler;-)<\/p>\n<p><strong>#11: \u00bbIch hab geh\u00f6rt, du machst es auch f\u00fcr weniger \u2026\u00ab<\/strong> Dachtest Du wirklich, es kommt nicht raus, dass Du den letzten Job f\u00fcr lau gemacht hast? Oder Deine hochqualifizierte Bild- oder Schreibkunst anonym bei einer Online-Agentur f\u00fcr obsz\u00f6n niedrige Centbetr\u00e4ge verh\u00f6kerst? Es kommt immer raus. \u00dcberleg Dir gut, ob DAS der Ruf ist, den Du Dir in Deiner Branche erarbeiten willst.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Und nun die Preisfrage: Warum machen die das?<\/strong><\/p>\n<p>It takes two to tango. Mit \u00bbdie\u00ab sind beide Beteiligten gemeint. Verwerter auf der einen Seite und Kreative auf der anderen. Verlage, Veranstalter, Agenturen und Unternehmen sind eigentlich aus der nummer raus, denn ihnen kann man direkt keinen Vorwurf machen. Sie d\u00fcrfen genau so lange auf Gratisarbeit und Billig-Kreationen hoffen, wie es Kreative gibt, die sich daf\u00fcr hergeben. Wenn das aufh\u00f6rt, sind die Profiteure schneller vom Markt verschwunden als sich \u00bbWerksvertrag\u00ab und \u00bbHonorarvereinbarung\u00ab buchstabieren lassen.<\/p>\n<p><strong>Das wahre Warum: der Hab-mich-lieb-Komplex <\/strong><\/p>\n<p>An dieser Stelle tut\u2019s jetzt ein bisschen weh. Aber da musst Du durch. Die Antwort auf das leidige Warum ist n\u00e4mlich so einfach wie zentnerschwer: Du machst es, weil Du Angst hast, nicht geliebt zu werden. Gib es zu. Du glaubst, dass Du eine angemessene Bezahlung nicht verdienst und das Einfordern von Geld f\u00fcr Spannungen, Konflikte oder \u00bbLiebesentzug\u00ab sorgen k\u00f6nnte. Und \u00fcberhaupt, ein K\u00fcnstler hats halt nun mal schwer. Geh\u00f6rt dazu. Der nagt st\u00e4ndig am Hungertuch. Hat ja auch was, dieses boh\u00e8menhafte grade-so-\u00fcber-die-Runden-kommen. Man kann so sch\u00f6n jammern auf Parties. Und auf das Kapital schimpfen. Auf die reichen Bonzen, die b\u00f6sen Verlage, die schlimmen Veranstalter. G\u00e4hn.<\/p>\n<p><strong>Tortured Artist? Sorry, nicht\u00a0sexy.<\/strong><\/p>\n<p>Kein seri\u00f6ser Auftraggeber w\u00fcrde jemandem, der so ein w\u00fcrdeloses Selbstbild hat, ein anst\u00e4ndiges Budget\u00a0anvertrauen. Und was am schlimmsten ist: Die mimimimi-alle-b\u00f6se-Einstellung\u00a0f\u00fchrt auf Dauer dazu, dass Du immer schlechter in Deiner k\u00fcnstlerischen\u00a0Disziplin wirst.\u00a0Opferhaltung\u00a0frisst Kreativit\u00e4t. Irgendwann sitzt da kein kreatives Energieb\u00fcndel mehr, sondern ein verbitterter Zausel, mit dem keiner mehr arbeiten will. Willst Du das sein?<\/p>\n<p>Mal Hand aufs Herz:\u00a0Warum arbeitest Du gratis? Du als talentierter Autor, Musiker, K\u00fcnstler, Texter, Fotograf, Schauspieler, Designer? Du wei\u00dft genau, dass Deine Arbeit f\u00fcr potenzielle Kunden und Auftraggeber ein geldwerter Vorteil ist, der den Betrag auf Deiner Honorarrechnung\u00a0weit \u00fcbersteigt. Warum gibst Du also Deine Arbeit f\u00fcr lau raus? Statt den R\u00fccken grade zu machen und Dir Auftraggeber zu suchen, die Deine Leistung wertsch\u00e4tzen und anst\u00e4ndig bezahlen? Oder andersrum gefragt: Wie kannst Du von einem Auftraggeber erwarten, dass er Deine kreative Leistung als einen hohen Wert betrachtet, wenn Du selbst es nicht machst?<\/p>\n<p>Du kennst sicher den Spruch: DU bist der Stau. Und findest ihn witzig. Findest Du es auch witzig, wenn ich Dir jetzt sage, dass DU derjenige bist, der Gratisarbeit erst m\u00f6glich macht? Klar, die p\u00f6hsen Verwerter sind diejenigen, die davon profitieren. Das k\u00f6nnen sie aber nur, wenn jemand liefert. q.e.d.<\/p>\n<p><em>\u00a9 Kathrin Elfman 2015.\u00a0<\/em><em>Nachdruck, auch auszugsweise, nur nach schriftlicher Genehmigung!<\/em> <em>Rebloggen ausdr\u00fccklich erlaubt;-)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #999999;\"><a style=\"color: #999999;\" href=\"http:\/\/paypal.de\" target=\"_blank\">Wer den Blog unterst\u00fctzen will, kann spenden an mmichartm@yahoo.de<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>HIER IST DER SEHR GUTE TEXT EINER KOLLEGIN, DEN ICH HIER REBLOGGE UND ZWAR AUS DEM GRUND, DASS IHR BLOG BEI FACEBOOK AUF EINMAL GESPERRT IST. ANSCHEINEND WAR ER ZU ERFOLGREICH, OHNE DABEI EINEN HAUFEN GELD AN FACEBOOK F\u00dcR WERBUNG ABZUDR\u00dcCKEN. ALSO WAS MACHT FACEBOOK DANN? 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