Well, meine Jugend ist vorbei und auch mein jugendliches Äusseres ist Geschichte. Deshalb bin ich aber noch nicht tot und werde mich auch nicht aufs Altenteil zurückziehen, abgesehen davon, dass ich das mit meinen Rentenansprüchen wohl auch nie werde tun können.

Sprich, nur weil ich nicht mehr 22 bin, werde ich sicher nicht aufhören, Musik zu machen, zu schreiben, zu zeichnen usw. Dann mache ich auch noch ab und an das ein oder andere Foto oder eine Skulptur oder was auch immer. KünstlerIn zu sein hört nicht auf, wenn man über 25 ist und ansonsten sehe ich im täglichen Leben auch gar nicht ein, warum ich mich auf einmal benehmen soll wie ein alter Sack, der nur noch hinterm Ofen sitzt. Die Leute, die meinen, besonders ältere Frauen sollten die Welt mit ihrem Anblick verschonen und die Klappe halten und bloss kein Ego haben und nur die Jungen, Schönen, Perfekten dürfen sich ausserhalb ihrer Arbeitsstelle in der Öffentlichkeit äussern, können mich mal und gehören für mich eh zur Fraktion der Arschlöcher.

Hier eine Stellungnahme dazu:
IMG_0037

Ich bin keine besonders technische Sängerin oder Gitarristin, aber ich schreibe ganz gute Songs und lasse mir das nicht nehmen, diese auch ab und zu mal performen zu wollen. Ich bin offen für fundierte Kritik und lasse mir auch was sagen. Klar mecker ich manchmal oder widerspreche oder bin beleidigt – hey, ich bin auch nur ein Mensch und oft auch ein nervensägende, dumme, langsame, taktlose, trampelige, naive, träumerische, imperfekte, grossmäulige Zampana halt … Aber prinzipiell lasse ich mir was sagen und bin sogar dankbar dafür. Ich gebe mir alle Mühe, meine Sache gut zu machen und vor allem gebe ich mir eine verdammte Mühe, anständig zu sein.
Viel positives Feedback habe ich im Übrigen auch schon bekommen. Mein Video wird angeschaut ohne dass ich gross dafür Werbung mache und dass ich letztens zwei meiner Songs auf Streamingseiten in den USA und in der Türkei verlinkt sah, gibt mir schon recht. Obwohl ich natürlich nicht so wirklich sicher bin, ob ich es gut finde, dass andere mit meiner Kunst Kohle machen und ich nicht, aber das ist ein anderes Thema.

Wer Musik macht, möchte die eben auch mal auf einen Tonträger bannen und vielleicht auch mal schauen, was man aus dem simplen runtergeschrabbelten 3-Akkordsong so machen kann. Also suchte ich mir für meine technischen Defizite Hilfe. Dabei habe ich natürlich einen Haufen Fehler gemacht und bin teilweise auch ganz schön verarscht worden. Musik ist anscheinend in allen Bereichen und Lebenslagen eine Sache, wo es nicht um die Sache geht, sondern ums Ego. Und da sind anscheinend alle Methoden recht, um dieses bauchzupinseln und der Boss zu sein und da gehen dann die Probleme los, denn wenn ich die Songs schreibe und für die Produktion zahle, bin ich auch der Boss. Und der Produzent ist der Dienstleister. Aber anscheinend gilt das nicht für Sängerinnen, selbst wenn sie ihre Songs selber schreiben und die Produktion selber zahlen. Denen wird zwar vornerum die Tür aufgehalten, im Hintergrund aber haben sie gar nix zu melden und die Musik machen die Jungs.

Wenn ich eine Sache mache, mache ich die vernünftig und wie gesagt, ich kenne meine Grenzen. Also habe ich mir Profis gesucht für Aufnahme und Arrangement meiner Songs. Die Zusammenarbeit ließ sich ganz gut an. Mit dem einen Menschen war es super, Ergebnis siehe link unten. Hat mich einen Haufen Geld und Zeit gekostet, den lieben Studiobetreiber eine Menge Zeit und Nerven bis das alles so war, wie gnä‘ Frau das haben wollte und sich vorstellte, inklusive einiger gravierender Missverständnisse und eines daraus resultierenden fetten Streites, der aber geklärt wurde. Kommunikation ist alles und ein klares Wort manchmal mehr wert als alles andere, auch wenn es wehtut. Allerdings finde ich klare Worte sind etwas anderes als Beleidigungen.

Ich habe, wie gesagt, einen Haufen Geld bezahlt für die Aufnahmen und eine gefühlte Milliarde Mixes, bis ich zufrieden war, die Arbeitsstunden läpperten sich und die Rechnung wurde fetter und fetter. Hat sich aus meiner Sicht gelohnt. Klar gibt es immer eine, die besser ist und immer ein Arrangement, das ausgefuchster ist und ein Studio, das besser klingt etcetera pp. Hängt auch davon ab, wieviel Kohle man hat, die man da reinstecken kann und wieviele Leute einem helfen. Und da geht das eigentliche Thema los: wie wirst du gesehen, sehen die Menschen tatsächlich, wer du bist, bei aller Mühe, die du dir gibst in der Kommunikation, kommt auch das an, was du sagst?

WOLLEN manche Menschen das was ist überhaupt sehen? Oder tendieren sie eher dazu, die Welt so zu sehen, wie sie selber sind? Wollen sie dich vielleicht runtermachen, obwohl du einfach nur die Fehler machst, die jeder Mensch macht? Bist du eine Projektionsfläche für welchen Frust auch immer, dass sie ihre Frau nicht geschwängert kriegen, dass ihr Business schlecht läuft, das sie eine Glatze haben und auch sonst nicht so dolle aussehen, ihr Penis zu klein ist und sabbert, dass sie irgendwelche Scheisskomplexe haben für die ich nix kann, für ihre eigene Wut, dass sie zu feige sind wieder auszusteigen, zu faul sich noch mal dranzusetzen, zu was-auch-immer?

Nun hat natürlich der erste Producer den Sound erheblich geprägt, jeder Producer hat einen eigenen Style und das hört man. Also wollte ich gerne auch mit verschiedenen Menschen arbeiten und schauen, was dabei rumkommt. Ich hatte einen Gitarristen/Komponisten kennengelernt, den ich eigentlich für Live-Gigs gefragt hatte. Von ihm wollte ich gerne ein paar Dinge arrangiert haben. Mit den Gigs mit ihm verlief es im Sande, wie schon gesagt ich habe auch einige Fehler gemacht, aber hier in Berlin ist es schon eine Sache, überhaupt auf die Bühne zu kommen und da waren dann auch paar Scheissgigs dabei wo so ziemlich alles schief ging. Aber hey, ich habe die Songs geschrieben, innerhalb von einem Jahr mir die vernünftige Gitarre dazu reingedrückt (ich konnte wieder bei Null anfangen sozusagen nach einer langen Pause), meinen Gesang von keine Stimme auf halbwegs okay trainiert, habe Konzerte organisiert, hab Musiker gesucht, und und und. Ganz nebenbei habe ich auch noch einen Laden/Werkstatt für Gitarren und dieser Job erfordert volle Konzentration. Da läuft nicht immer alles perfekt mit der Musik und so. Aber kein Ding, es gibt ja auch andere Gitarristen und ich zwinge niemanden. Ich bitte und gebe, was ich kann. Aber wer sich darauf einlässt, der soll das dann bitte auch machen. Wenn man was verspricht, sollte man das halten. Aber anscheinend gilt dieser Standard auch nicht mehr.

Die Herren in meiner Umgebung sagten mir dann groß Unterstützung zu, wenn es aber dazu kam, dass konkrete Taten folgen sollten, da stand ich dann relativ oft alleine da mit Anlage schleppen (meine natürlich, alleine gekauft und bezahlt), dem Herrn Gitarristen noch den Amp zur Verfügung stellen und auf die Bühne tragen wie auch dem Basser usw. Aber ich will mich hier nicht gross beschweren. Hätt ich ja nicht machen müssen, dann hätte ich solo gesungen, das aber ohne den ganzen Stress wahrscheinlich wesentlich besser … man lernt nie aus. Jetzt spiele ich fast nur noch solo oder mit Leuten, die tatsächlich auf mich zukommen und mit mir spielen möchten weil sie meine Sachen gut finden. Ja, auch die gibt es 😉
Hier ein Beispiel: 2014-12-05-Nachbarschaftsetagen-KiezKlangAbschlussKonzert-1
“ Foto: David Linke – fb.com/daligraphy “

Anyway, besagten Gitarristen bat ich dann um das Arrangieren von drei Songs, gegen Bezahlung natürlich. Er fing an mit der Arbeit und bekam schon mal seins. Der erste Song war auch relativ fix fertig. Ich hatte die Gitarre woanders im Studio eingespielt und habe dann so eine Art Dirttrack drübergesungen, klang natürlich nicht so dolle, mein Plan war, den Song arrangieren zu lassen und dann auf die schöne, inspirierende Musik den Gesang noch mal „in ordentlich“ draufzusetzen. Der arrangierte Song war super, nur leider passte er überhaupt nicht zu mir. Ich bin nicht 20 und trage Blümchenkleider, aber so klang das Ganze. Also Lehrgeld für mich. Auf die Idee, die Bezahlung zu verweigern, weil mir der Song nicht gefällt, käme ich nicht, war ja Arbeit. Also bat ich mir aus, beim nächsten Song doch bitte dabei zu sein und directions geben zu dürfen, wo es denn hingeht. Ich meine, hey, das sind meine Songs und das soll ja nun doch alles passen und ansonsten zahle ich für die Produktion. Da bestimme ich dann auch.

Nun denn, auch den zweiten Song hatte ich ihm auf die Festplatte geträllert, wobei ich dazu sagen muss, die Gitarre war woanders eingespielt im Studio, aber der Gesang halt bei ihm zuhause mit einem ollen SM58 durchs Interface direkt in den Rechner. Demenstprechen Scheisse klang es natürlich, quasi im Wohnzimmer mit popeligem Equipment mal schnell in einem Zug runtergeträllert, das kann gar nix werden, vor allem wenn der Song grade mal paar Tage alt ist. Dann sitzt auch der Gesang noch nicht, auch das will eingeübt sein. Hielt ihn aber nicht davon ab, über den unperfekten Gesang zu meckern … Er fing an zu basteln, zog Drumloops drunter, paar Stunden Arbeit steckten dann schon drin. Dann hatte er auswärtig zu tun. Dann war Urlaub angesagt. Dann war Arbeit an einem anderen Projekt ganz wichtig. Dann war ein Projekt mit „meinem“ Studiomenschen angesagt, der dann plötzlich auch keine Zeit mehr für mich hatte und aus meiner Sicht auch auf einmal ganz komisch zu mir wurde.

Langer Rede kurzer Sinn: die beiden machten was zusammen, der Arrangeur versprach mir immer wieder, er meldet sich, ja, bald, jetzt geht’s grad nicht ….

Nach EINEM JAHR hatte ich dann die Faxen dicke. Ich kündigte ihm die Zusammenarbeit auf und verlangte einen Teil der bereits geleisteten Bezahlung zurück. Ich habe keine Schimpfworte oder Ähnliches verwendet, aber, ja, ich war sauer und habe das auch kommuniziert. Aber höflich und mit Vernunft und Sachargumenten. Ja, ich bin ein Mensch und manchmal auch nicht sehr geduldig, aber ein Jahr ist mir einfach zu lang.
Dann soll er sich mal Eier in der Hose zulegen und sagen: pass mal auf, ich habe es mir anders überlegt, ich finde deine Sachen doch nicht so dolle, ich hab es mir anders überlegt, ich habe doch keine Zeit mehr, hier ist ein Teil deiner Anzahlung, ich möchte doch nicht machen. Aber mich nicht ein fucking Jahr lang immer wieder bitte bitte sagen lassen. Und mir auch nicht erzählen, wie unglaublich viel Arbeit das schon war, vor allem das Drums programmieren, wo ich doch danebengesessen habe, als er einen Loop reingezogen hat … ansonsten, Pech gehabt, nach einem Jahr ohne Leistung kann ich dann auch mal von einem Vertrag zurücktreten.

Als er dann mich wieder versuchte, hinzuhalten und den von mir geforderten Teil der Entlohnung nicht rauszurücken, hatte ich keine Lust mehr und sagte klipp und klar Nein, nix mehr Warten und her damit. Und sehr professionell und mutig im Übrigen, das Ganze. Dies ist die Antwort:
iljachatanonym

Fazit: wenn einer bestimmten Sorte Männer die Sachargumente fehlen, schlagen sie zu. Entweder mit Händen oder mit Worten.

Wer sich davon überzeugen möchte, wie gut oder wie schlecht ich singe, wie alt und hässlich ich aussehe, wie mies meine Musik ist, der schaue hier:




Share

Post filed under Allgemein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.